Ganef | Straßenköter – 27.03.2015

Der jüdische Liedermacher Ganef (aka Sergej Master) stammt ursprünglich aus Odessa, lebt allerdings seit 1993 in Berlin. Mit Strassenköter gibt es nun die zweite CD nach Ganefs 11 (2008). In der Zwischenzeit ist er bei Sturm & Klang, dem Label von Konstantin Wecker gelandet. Das alleine ist eigentlich schon ein Qualitätsmerkmal. Doch noch mehr kann er mit seiner Musik, seinen Texten und seiner Persönlichkeit überzeugen.

Ganef ist ein unglaublich guter Beobachter des Alltags und kann diese in seinen sehr direkten, frechen aber nie erniedrigenden Texten sehr gut ausdrücken. Egal ob er von Drachen – eine Art Liebeserklärung an seine Frau – von stolzem Judentum oder Kriegen singt, stets klingt das sympathisch, bis man sich näher mit den Texten beschäftigt. Man kann die kleinen Geschichten wunderbar mitfühlen. Und dazu passt auch die musikalische Umsetzung, die von jazzig swingend über melancholische Molltöne bis hin zu romantischen Klängen reicht. Das ist gut arrangiert und gespielt (leider gibt es keine Informationen über die beteiligten Musiker). Dazu gibt es dann diesen ganz eigenen Gesang von Ganef, mit seinem leichten Akzent und rauem Timbre passt das einfach perfekt zusammen. Man spürt, dass das alles ganz tief aus der Seele des Künstlers kommt. Nichts ist aufgesetzt und das gibt es heute leider nicht mehr so oft zu hören.

Strassenköter überzeugt mit tollen Songs, tollen Texten und einem Musiker, der offensichtlich genau weiß, was er will und dies auch bestens umsetzen kann. Für alle, die das niveauvolle deutsche Lied mögen und dabei auch ein Augenzwinkern dieses Freidenkers nicht verachten. Sehr gelungen!

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